Keine Angst vor Hypozins-Schock

Immobilien News vom 14-07-2021 zum Thema: Einige Schweizer Medien und Internet-Portale berichten über Angst vor steigenden Hypozinsen. Hier der Beitrag, wie Sie damit umgehen sollten.

Aus aktuellem Anlass und aufgrund steigender Kundenanfragen fassen wir den Stand gerne wie folgt zusammen:

Die wichtigsten Fakten & Erkenntnisse

Zum Jahresbeginn 2021 lagen die Richtzinsen für eine zehnjährige Festhypothek bei rund 1 Prozent. Im März und Mai erreichten sie eine Spitze von je 1,23 Prozent. Aktuell liegt der Satz bei 1,15 Prozent.

Bei den mittelfristigen Zinsen war die Aufwärtsbewegung deutlich langsamer. Fünfjährige Hypotheken haben sich in sechs Monaten gerade mal um 2 Basispunkte auf 0,92 Prozent verteuert. Für das laufende Jahr erwartet Comparis eine Bandbreite von 0,7 bis 1 Prozent.

Bei den kurzfristigsten, typischerweise Libor-Geldmarkthypotheken, lagen und liegen die Konditionen sogar je nach Bank und Margenkalkulation im Bereich von 0,80 Prozent oder darunter.

«Der Beginn des Auseinanderdriftens zwischen den Hypothekarzinsen mittel- und langfristiger Laufzeiten ist primär gestiegenen Inflationserwartungen geschuldet», sagt Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp. «Es handelt sich in erster Linie um ein pandemiebedingtes Aufflackern der Inflation. Mittelfristig dürften sich die Teuerungsraten wieder abschwächen und um den Zielinflationswert von 2 Prozent einpendeln. Hypothekarnehmende sind gut beraten, Zinsschwankungen am Kapitalmarkt regelmässig zu beobachten und Rückgänge für Hypothekarabschlüsse zu nutzen.»

Die Angst vor der Geldschwemme und der Inflation

Die Inflation hat vor allem in den USA unerwartet deutlich an Schwung gewonnen. Auch im Euroraum sind die Teuerungsraten zuletzt geklettert. Grund dafür sind die ultralockere Geldpolitik fast aller Zentralbanken, die fortwährenden, teils billiardenschweren staatlichen Hilfsprogramme für die Erholung der Wirtschaft sowie Lieferprobleme und Materialengpässe als Folge von Lücken in Produktionsketten und infolge der Pandemie.

Dies führt zunehmend zu Fragen und Ängsten, dass nun sehr bald die Negativzinsen verschwinden und die Hypothekarzinsen mindestens auf das Niveau der Teuerung oder gar darüber steigen müssten? Wenn nicht sogar ein Zinsschock wie in den 30er oder 70er Jahren drohe?

Das Gegenteil ist der Fall – Unsere Interpretation

Paradox bleibt diese politisch gewollte Situation. Die Inflation dürfte im Jahresverlauf noch weiter steigen. Ganz anders jedoch die Zinssituation. Die internationale Politik kann es sich schlicht nicht leisten, steigende Staatsschulden mit einer steigenden (Zins)Preisetikette zu versehen. Und damit in dieser Konstellation der Schweizer Franken nicht wieder explodiert, kann es sich die Schweizer Nationalbank erst recht nicht leisten, sich aus dem Negativzinsumfeld zu verabschieden. Somit bleibt unsere Hypothekarzinsprognose stabil, wenn nicht sogar nach einigem aufflackerndem Hin und Her, ab Jahreswechsel 21/22 sogar wieder minimal sinkend.

Was hingegen zur Verunsicherung beiträgt, ist dass die Banken laufend versuchen, ihre Gebühren und Margen teils sehr kreativ zu verschleiern oder zu erhöhen. So wird der Praxiswechsel von LIBOR zu SARON als Vorwand genommen, 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte auf jede abzulösende Hypotheken aufzuschlagen. Oder unlängst haben wir von der für uns fast schon unverschämten Forderung der Raiffeisen Bank gehört, welche neu vom Antragsteller selber eine offizielle Gebäudeschätzung verlangt hat, nur um die bisher eigene Arbeit und eigene Kosten auf den Kunden abzuwälzen.

Unser Rat kann also nur sein: Bleiben Sie achtsam und vergleichen Sie die Angebote.

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Redaktionelles: David & Yvette Zumsteg sind Gründer und Inhaber der Dalpont Immobilien GmbH. Zusammen greifen sie auf mehr als 30 Jahre persönliche Bau- und Immobilienpraxis zurück. Hinzu kommt beim VR Präsidenten, als lic. oec. HSG und als ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung von EWZ und BKW, eine profunde Kenntnis der Materie im grösseren politischen und volkswirtschaftlichen Kontext von Liegenschaften und Immobilien.

Shape

Immobilien News vom 14-07-2021 zum Thema: Einige Schweizer Medien und Internet-Portale berichten über Angst vor steigenden Hypozinsen. Hier der Beitrag, wie Sie damit umgehen sollten.

Aus aktuellem Anlass und aufgrund steigender Kundenanfragen fassen wir den Stand gerne wie folgt zusammen:

Die wichtigsten Fakten & Erkenntnisse

Zum Jahresbeginn 2021 lagen die Richtzinsen für eine zehnjährige Festhypothek bei rund 1 Prozent. Im März und Mai erreichten sie eine Spitze von je 1,23 Prozent. Aktuell liegt der Satz bei 1,15 Prozent.

Bei den mittelfristigen Zinsen war die Aufwärtsbewegung deutlich langsamer. Fünfjährige Hypotheken haben sich in sechs Monaten gerade mal um 2 Basispunkte auf 0,92 Prozent verteuert. Für das laufende Jahr erwartet Comparis eine Bandbreite von 0,7 bis 1 Prozent.

Bei den kurzfristigsten, typischerweise Libor-Geldmarkthypotheken, lagen und liegen die Konditionen sogar je nach Bank und Margenkalkulation im Bereich von 0,80 Prozent oder darunter.

«Der Beginn des Auseinanderdriftens zwischen den Hypothekarzinsen mittel- und langfristiger Laufzeiten ist primär gestiegenen Inflationserwartungen geschuldet», sagt Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp. «Es handelt sich in erster Linie um ein pandemiebedingtes Aufflackern der Inflation. Mittelfristig dürften sich die Teuerungsraten wieder abschwächen und um den Zielinflationswert von 2 Prozent einpendeln. Hypothekarnehmende sind gut beraten, Zinsschwankungen am Kapitalmarkt regelmässig zu beobachten und Rückgänge für Hypothekarabschlüsse zu nutzen.»

Die Angst vor der Geldschwemme und der Inflation

Die Inflation hat vor allem in den USA unerwartet deutlich an Schwung gewonnen. Auch im Euroraum sind die Teuerungsraten zuletzt geklettert. Grund dafür sind die ultralockere Geldpolitik fast aller Zentralbanken, die fortwährenden, teils billiardenschweren staatlichen Hilfsprogramme für die Erholung der Wirtschaft sowie Lieferprobleme und Materialengpässe als Folge von Lücken in Produktionsketten und infolge der Pandemie.

Dies führt zunehmend zu Fragen und Ängsten, dass nun sehr bald die Negativzinsen verschwinden und die Hypothekarzinsen mindestens auf das Niveau der Teuerung oder gar darüber steigen müssten? Wenn nicht sogar ein Zinsschock wie in den 30er oder 70er Jahren drohe?

Das Gegenteil ist der Fall – Unsere Interpretation

Paradox bleibt diese politisch gewollte Situation. Die Inflation dürfte im Jahresverlauf noch weiter steigen. Ganz anders jedoch die Zinssituation. Die internationale Politik kann es sich schlicht nicht leisten, steigende Staatsschulden mit einer steigenden (Zins)Preisetikette zu versehen. Und damit in dieser Konstellation der Schweizer Franken nicht wieder explodiert, kann es sich die Schweizer Nationalbank erst recht nicht leisten, sich aus dem Negativzinsumfeld zu verabschieden. Somit bleibt unsere Hypothekarzinsprognose stabil, wenn nicht sogar nach einigem aufflackerndem Hin und Her, ab Jahreswechsel 21/22 sogar wieder minimal sinkend.

Was hingegen zur Verunsicherung beiträgt, ist dass die Banken laufend versuchen, ihre Gebühren und Margen teils sehr kreativ zu verschleiern oder zu erhöhen. So wird der Praxiswechsel von LIBOR zu SARON als Vorwand genommen, 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte auf jede abzulösende Hypotheken aufzuschlagen. Oder unlängst haben wir von der für uns fast schon unverschämten Forderung der Raiffeisen Bank gehört, welche neu vom Antragsteller selber eine offizielle Gebäudeschätzung verlangt hat, nur um die bisher eigene Arbeit und eigene Kosten auf den Kunden abzuwälzen.

Unser Rat kann also nur sein: Bleiben Sie achtsam und vergleichen Sie die Angebote.

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Redaktionelles: David & Yvette Zumsteg sind Gründer und Inhaber der Dalpont Immobilien GmbH. Zusammen greifen sie auf mehr als 30 Jahre persönliche Bau- und Immobilienpraxis zurück. Hinzu kommt beim VR Präsidenten, als lic. oec. HSG und als ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung von EWZ und BKW, eine profunde Kenntnis der Materie im grösseren politischen und volkswirtschaftlichen Kontext von Liegenschaften und Immobilien.

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